Nutzerhinweis: Im Sinne der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) möchten wir Sie auf unsere Datenschutzerklärung sowie unser Impressum aufmerksam machen.

Der BSB CW Blog

In unserem Blog finden Sie alle aktuellen Nachrichten und Meldungen des Bezirkssportbund Charlottenburg-Wilmersdorf e.V. praktisch nach Datum gelistet.


Weitere Nutzer für das Mommsenstadion?

Wie schon in der Presse zu lesen war, soll der mögliche Aufsteiger aus der Regionalliga Nordost (4. Liga), also entweder der „FC Viktoria 1889“ oder der „VSG Altglienicke“, zukünftig seine Heimspiele in der 3. Fußball-Profiliga im Mommsenstadion austragen.
Warum hierfür nun das Mommsenstadion favorisiert wird, ist völlig unklar. Das Stadion verfügt weder über genügend Sitzplätze, noch über einen ViP-Raum, über keine Rasenheizung und keine funktionsfähige Anzeigentafel, es sei denn, der Aufsteiger bringt zur Bedienung einen MS-DOS-Computer mit; Notebooks mit diesem antiquierten Betriebssystem dürfte es wohl keine geben.
Und überhaupt: barrierefrei ist das Mommsenstadion leider auch nicht. Und erst recht nicht frei! Denn es wird bereits ausgiebig von den anliegenden Hauptnutzervereinen „Tennis Borussia“ (TeBe), der selbst in der Regionalliga Fußball spielt, und einer in der BerlinLiga spielenden Fußballmannschaft des „SCC BERLIN“ genutzt, außerdem von der Erstligamannschaft „Rebels“ des American Football sowie von 2.500 Leichtathlet*innen (inkl. Triathlon), die hier im Verein (SCC BERLIN) organisiert sind und im Mommsenstadion jährlich bis zu 6 Sportfeste sowie Meisterschaften ausrichten.
Darüber hinaus wird die Sportstätte auch vom Lauf- und Triathlon-Club Berlin e. V., vom Verein für Körperkultur 1901 e.V. und dem Sport Club Brandenburg e.V. genutzt.
Auch die anliegende Wally-Wittmann-Sportanlage mit ihren 3 Sportplätzen, die vor allem vom Fußballnachwuchs der o.g. Vereine genutzt werden, und die Anlagen des Tennis Club-SCC e.V. sowie der Hockeyplatz desselben Vereins würden durch die zu erwartenden Zuschauerströme bei 3.-Liga-Fußballspielen entsprechende Einschränkungen hinnehmen müssen und eigene Wettkampftermine dann wohl nur noch dort austragen können, wenn gerade kein Fußballspiel stattfindet. Es kann nicht richtig sein, dass andere Sportarten, nur weil sie weniger gewinnträchtig sind, dann hier das Nachsehen haben.
Auch der Bezirkssportbund ist äußerst verwundert darüber, warum nicht einmal die Heimatbezirke der beiden Viertligisten bisher etwas für die Spielstätten ihrer Vereine getan haben.
Es sollte doch gerade in der Sportart Fußball möglich sein, dass ein Aufstieg auch die Anpassung der nötigen Infrastruktur vor Ort mit sich bringt. Jedenfall würden es die 148 anderen Erst- und Zweitligisten anderer Sportarten in Berlin sicherlich sehr begrüßen, wenn sie somit ebenfalls weitere Sportstätten bekämen.
Selbst wenn das Mommsenstadion also für 3.-Liga-Fußballspiele entsprechend hergerichtet und dementsprechend genutzt werden würde, bliebe die Frage, wo die bisherigen Nutzer hingehen sollten. Sollten sie sich vielleicht einfach auflösen?
Hier zeigt sich einmal mehr das ganze Dilemma mit der verschleppten Sanierung bzw. des Umbaus des „Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks“. Diese Spielstätte wäre vermutlich ideal für die 3.-Fußball-Liga, aber: es ist derzeit und vermutlich noch für längere Zeit geschlossen. Bis zum 03. März 2021 findet eine Bürgerbeteiligung statt, wo Fragen gesammelt werden. Es gibt noch immer eine Art Tauziehen um den Sportpark, an dessen einem Ende Kräfte bemüht sind, den gesamten Sportpark zur (Verkehrs-)Beruhigung des Viertels ersatzlos abreißen zu lassen. Am anderen Ende kämpfen Menschen, denen der Sport in dieser Stadt wichtig ist, dass der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark als Gesamtensemble saniert und zur Integrationsstätte des Sports behutsam umgebaut wird. Denn der Wegfall einer weiteren Sportstätte ist im Berliner Sport nicht zu verkraften und würde bedeuten, dass der Druck auf sämtliche Sportanlagen dieser Stadt (Hallen, Plätze, Stadien), die heute schon oft extrem stark ausgelastet sind, noch weiter anwächst. Es wäre absolut wünschenswert und mehr als notwendig, wenn die Politik hier endlich aufwachen und mit geeigneten Mitteln gegensteuern würde. Wir brauchen für die wachsende Berliner Bevölkerung nicht weniger, sondern mehr Spielstätten.
Die jetzt entstandenen Begehrlichkeiten um die Nutzung des Mommsenstadions lassen die in der Pandemie ohnehin anscheinend vergessenen Berliner Sportvereine (die nicht nur Fußball anbieten) äußerst nervös werden.